CARLA BAZULICH [live | Los Angeles, USA]
Eine dichte, gespenstisch sonische Atmosphäre zeichnet Carla Bozulichs Songwriting aus und seine vielen Ärmchen greifen in Richtung Avant-Rock, Post-Punk, Dark Ambient, Industrial, Avant Country, Drone, Noise und zitiert aber bricht Gospel- und Bluestraditionen. In diversen Bandprojekten mit stetig wechselnder Besatzung (u.a. Evangelista) ist die Sängerin/Spokenword-Artistin mit der tiefen dissonanten Stimme schon durch die ganze Welt getingelt. Ihre dystopischen, teils nihilistischen Lyrics machen aus der Suppe den Punk und stellen nachwievor die Frage was mit der übrigbleibenden Zeit noch anzufangen ist. Die scharfzüngige Nomadin und ehemalige Hardcore-Sängerin ist schon lange auf dem Dampfer und hat unter anderen mit Marianne Faithful, Thurston Moore, Christian Marclay, Lydia Lunch, Okkyung Lee und Marc Ribot in verschiedenen Live-Formaten kollaboriert und Stücke wie Jean Genet's «The Maids» vertont oder Brecht/Weills Komposition «The Ballad of the Lily of Hell» neu interpretiert.
Carla Bozulich kommt nun mit ihrem ersten und im Vergleich zugänglichsten Soloalbum «Boy», welches sie selbst als Pop Album bezeichnet, für ein kleines feines Konzert in das düstre Röhrchen. Das Album ist auf Reisen durch Nord Amerika, Europa, Südamerika und Indien gewachsen und fand seine Sprache auf einer kleinen Insel an der Küste Istanbuls. Sowohl der Titel des Albums als auch Zeilen «I'm a man, don't you see that I am? Why do you think that I sing about these things that I do?» liest sich als Anspielung auf die fehlenden Frauen in gewissen, experimentellen Musikgenres. Das Musikmagazin NME forderte diesbezüglich zu recht: «A landscape where Tom Waits and Michael Gira enjoy critical tongue-baths ought to make room for Carla.»
-> Carla Bazulich
MIZONA & FRED HYSTÈRE [DJs | Züri]
Während den Vorbereitungen zum Konzert im Klubi äusserte Carla die Bitte, dass die DJanes doch bitte keinen Folk spielen mögen. Da muss sie sich weissgott keine Sorgen machen! Vor dem Konzert gibt's Modular Bridge Pop by DJ Mizona und nachher macht Fred Hystère das Licht aus und ein riesen Durcheinander.